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Bildung vs. Kompetenz: 2.Runde

Christian Spannnagel schreibt in seinem Blog, pünktlich zum Jahresbeginn über die beiden Begriffe Bildung und Kompetenz. Seine Hauptthese ist, dass der “enorme Aufschwung” der Begriffes der Kompetenz oft mit einer falschverstandenen Outputorientierung einhergeht und bei Kompetenzprofilen und genau definierten Kompetenprofilen stehen bleibt. Er schreibt:

Ich plädiere allerdings dafür, dass der Kompetenzerwerb eingebettet ist in ein Bildungskonzept, dass wir also nicht bei der Zergliederung in Kompetenzen stehen bleiben, sondern deren Integration in die gesamte Persönlichkeit im Sinne einer ganzheitlichen Bildung fordern.

Bei dieser Debatte fällt mir das herrlich provokante Buch von Dietrich Schwanitz ein mit dem Titel “Bildung”. Darin fasst er auf über 600 Seiten zusammen, was der gebildete Erdenbürger unbedingt wissen sollte. Für mich der Höhepunkt steht auf Seite 505 “Bildung ist die Fähigkeit, bei der Konversation mit kultivierten Leuten mitzuhalten, ohne unangenehm aufzufallen”.

Für mich schwingt beim Begriff “Bildung” immer eine gewisse Überflüssigkeit mit, z.B. das große Latinum, die griechische Götterwelt, Malerinnen des 17.Jahrhunderts. Keine Frage, alles interessante Sachen, die einem vielleicht sogar helfen das Leben besser zu verstehen. Und weil Christian Spannagel schon vor einiger Zeit Bildungsreporter eingeladen hat, sich per YouTube zu äußern, ich aber 1. lieber Kompetenzreporter wäre und 2. mich sehr ungerne per Webcam äußere auf diesem Weg.

Lesen Sie also in diesem Blogbeitrag fünf Gründe, warum wir auf den Begriff Bildung verzichten sollten und ein Argument für den Kompetenzbegriff.

  • Bildung ist eng verknüpft mit gesellschaftlichen Status und suggeriert unüberwindbare Grenzen zwischen Gebildeten und Ungebildeten.
  • Bildung bedeutet die Festlegung auf einen Kanon von geteilten Wissen und damit eine Einschränkung auf “Klassiker”.
  • Bildung hat mit Autoritäten zu tun, die Bildung vermitteln: Lehrer, Museumsdirektorinnen, Theaterintendanten, Redaktionsleiterinnen.
  • Bildung ist Selbstzweck.
  • Es gibt keine englisches Wort, das ausdrückt, was wir mit Bildung meinen.

Mit gefällt der Begriff “Könnerschaft”. Denn genau darum geht es. Etwas zu können, was einem weiterhilft. Die Zergliederung von Kompetenzen in Teilkomptenzen und der Versuch, diese in Modulen und Portfolios zu packen ist das eine. Das andere ist, dass Bildung nur dann nützt, wenn sie zu Können, zu Kompetenz führt. Kompetenz ist Bildung, die in die Persönlichkeit integriert ist und zum Handeln ermächtigt.

P.S.: Gerade gefunden: Bei wikiversity.org gibt es eine Seite, die sich mit den Begriffen Kompetenz und Bildung auseinandersetzt.

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