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» Dieser Artikel wurde am
13. Februar 2009
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5 Kommentare «

Bitte schreibt weiter aus der Wikipedia ab!

Vor zwei Jahren habe ich, um zu demonstrieren, wie die Wikipedia funktioniert in einer Lehrveranstaltung auf der Seite über Tübingen den Satz “Tübingen ist eine Universitätsstadt in Baden-Württemberg” verändert in “Tübingen ist eine Kleinstadt in Hessen”. Drei Minuten später war diese Änderung wieder rückgängig gemacht worden, was mich begeistert hat. Hätte ich stattdessen den Namen des Herrn “weiß nicht genau wieviele Vornamen der hat” von Guttenberg geändert, hätte das wahrscheinlich ein bisschen länger gedauert, aber wäre irgendwann auch geändert worden.

Das konnte zumindest Anonym zeigen. Und hat es damit in alle Tageszeitungen geschafft. Und der Erkenntnisgewinn aus  dieser Aktion: Wir wissen das, was wir schon wussten. Die Inhalte der Wikipedia sind nicht von einer Redaktion erstellt, die für deren Richtigkeit gradesteht, sondern von einer Community von Freiwilligen, die Fehler meistens schnell finden, aber eben nicht so schnell, als das einige schnellere Redakteure nicht vorher schon abgeschrieben haben.

Und damit eignet sich diese Aktion mal wieder dazu, um eine allzu unkritische Rezeption von Inhalten anzuprangern und selbstkritisch anzumerken: Wikipedia darf für journalistische Arbeit nie die einzige Quelle sein und sich vorzunehmen, in Zukunft misstrauischer zu sein.

Mal ehrlich: Mir ist es sowas von egal, ob der Bundeswirtschaftsminister nun 10 oder 11 oder 12 Namen hat, und ob einer davon Wilhelm ist. Irgendwie hätte es gespasst. Insofern greift hier die Forderung nach einer kritischeren Rezeption nicht wirklich: Das Rezeptionsverhalten berücksichtigt letztlich immer auch die Wichtigkeit und Relevanz der Inhalte. So scheint es durchaus sinnvoll zu sein, bei der Recherche des 11 Vornamens eben nicht mehr Aufwand zu betreiben, als “mal eben in der Wikipedia nachzuschauen” und deshalb mehr Zeit für die wirklich wichtigen Recherchen zu haben.

Peinlich wirds nur, wenn man Gordon Brown heißt, und vermeintliche Fakten nutzt, um seinen Kollegen aus der Opposition falsche Infos über das Alter des Malers Tizian aufbinden will. Wenn das mal nicht die Weltpolitik nachhaltig verändert.

Der Artikel wurde am Freitag, den 13. Februar 2009 geschrieben. Er ist abgelegt unter folgenden Kategorien: Allgemein. Er ist mit folgenden Tags versehen: , , , . Sie können hier einen Trackback senden Trackback zum Artikel anlegen. Kommentieren Sie den Artikel und lassen Sie sich bei neuen Kommentaren Feed für Kommentare automatisch benachrichtigen.

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Kommentare (5)

1

Ranger

schrieb am 2. März 2009 um 15:41 Uhr:

Aber die Inhalte müssen erst genehmigt werden bevor auch andere User den veränderten eventuellen falschen Inhalt lesen können.

2

Marc

schrieb am 30. März 2009 um 17:30 Uhr:

Ich denke es ist egal welche Quelle man nimmt – sich auf nur eine Quelle zu verlassen ist immer nicht ganz “sauber”.

3

Zitate

schrieb am 22. Mai 2009 um 16:41 Uhr:

Ich muss dazu sagen, dass diese Handlung von Wikipedia, falsch editierte Inhalte sofort wieder rückwirkend zu ändern, eigentlich selbstverständlich ist. Täglich verzeichnet dieses Wiki zig Besucher, die nach etwas bestimmtem suchen – schon alleine aus diesem Grund muss Wikipedia dafür Sorge tragen, dass richtige, profunde und wahrheitsgetreue Inhalte angeboten werden.

Was den Aspekt mit wissenschaftlichen Arbeiten betrifft, so muss ich sagen, dass man sich nie auf eine Quelle voll und ganz verlassen kann. Wer meine, sich beim Verfassen einer Arbeit stets auf eine Quelle beschränken zu können, ist selbst blauäugig. Genauso wie man z.B. englische Wörter auf deutsch und dann von der deutschen Version rückwirkend ins Englische nochmal überprüft, muss man dies auch mit verwendeten Quellen machen – egal ob diese nun einem Buch oder Wikipedia (= ist sowieso keine fundamentale Quelle für wissenschaftliche Arbeiten) entnommen wurden. Ich beispielsweise überprüfe stets meine entnommenen Zitate in anderen Büchern oder im Internet, weil man sich nie hundertprozentig auf deren Richtigkeit verlassen kann.



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