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» Dieser Artikel wurde am
27. Januar 2010
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Buchgesellschafts-Lern-und Wissenbegriff wuppt Wissensgesellschaft

Meine Überschrift ist ein Zitat aus einem Tweet. Es geht um die Frage ob wir einen neuen Lern/Wissensbegriff brauchen, oder ob wir neue Möglichkeiten des Web mit vorhandene Methoden/Theorien verbinden müssen. Letztlich also die Frage ob eine Wissensgesellschaft 2.0 kompatibel ist mit vorhandenen Strukturen in Schulen und Hochschulen, mit Benotungs- und Bewertungssystemen, mit vorgegeben Lernzielen, zu erwerbenden Kompetenzen und Lernportfolios.

Diese Debatte passt gut zu dem, was ich gestern in einem Vortrag von Dennis Barthel über ein Schulprojekt der Wikimedia gehört habe. Unter der Überschrift “Skepsis säen” ging es um die Frage, wie Lehrer, die vor der Wikipedia warnen und Schülerinnen und Schüler, die die Wikipedia nutzen von einander lernen können. Das spiegelt die Frage wieder: Wie passt der “Buchgesellschafts-Lern-und Wissensbegriff” mit neuen Möglichkeiten eines Web 2.0 zusammen. Schnell wird die Forderung nach einem neuen Wissensbegriff laut, der dem Rechnung trägt, was in Blogs, Wikis und Online-Communities an wissensbezogenen Austausch stattfindet.

Ich sehe noch einen anderen Ausweg, nämlich “Buchgesellschaftskompetenzen” und “die Art wie im Internet gelernt wird” zu integrieren. Die Menschen sind die Gleichen, mit und ohne Buch. Ich möchte das am Beispiel der Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan illustrieren, die schon lange vor dem Web 2.0 auch auf Lernen und Wissenserwerb angewendet wurde. Sie besagt, dass Menschen dann motiviert sind (zu lernen), wenn sie sich als autonom, kompetent und sozial eingebunden fühlen. Das gilt für das Lernen aus Büchern genauso, wie für das Lernen im Web 2.0.

Ein weiteres Beispiel ist die Frage, wie ich erkennen kann, ob z.B. ein Eintrag bei Wikipedia (siehe Schulprojekt Wikipedia) glaubwürdig ist oder nicht. Natürlich ist das ein Frage der spezifischen Medienkompetenz.  Um die Qualität und Glaubwürdigkeit eines Wikipediaeintrags einschätzen zu können muss ich eine Verständnis über die Funktionsweise der Wikipedia haben, also zum Beispiel wissen, dass jeder jederzeit etwas verändern kann. Gleichzeitig helfen mir aber auch Kompetenz aus der “Buchgesellschaft”. Ich kann zum Beispiel darauf achten, ob ein Text eine klare und objektive Sprache benutzt (im Gegensatz zu einer werbenden oder verkaufenden Sprache), ob ein Text mit Quellen belegt, ob ein Text grammatikalische Fehler aufweist, ob er unterschiedliche Argumente beschreibt oder einseitig formuliert ist, ob ich Informationen über den Autor des Textes erhalten kann. Das alles sind “Daumenregeln”, die im Web 2.0 ähnlich funktionieren, wie im Buchzeitalter und es mir erlauben abzuschätzen, ob ich einer Informationen trauen kann oder nicht.

Fazit: Das Lernen im Internet ist keine Sonderform des Lernen, wir brauchen keinen neuen Lernbegriff. Aber wir müssen diskutieren und ausprobieren, welche Möglichkeiten das Internet bietet und wie es in vorhandene Strukturen integriert werden kann.

Der Artikel wurde am Mittwoch, den 27. Januar 2010 geschrieben. Er ist abgelegt unter folgenden Kategorien: Internet, Tools, web-2.0. Er ist mit folgenden Tags versehen: . Sie können hier einen Trackback senden Trackback zum Artikel anlegen. Kommentieren Sie den Artikel und lassen Sie sich bei neuen Kommentaren Feed für Kommentare automatisch benachrichtigen.

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Kommentare (17)

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Lisa Rosa

schrieb am 27. Januar 2010 um 22:14 Uhr:

danke für dein ausführliches interessantes statement auf meinen tweet! Es ist, meine ich, eine sehr wichtige diskussion, die wir da führen. Als antwort auf dein post möchte ich gerne noch mal als essential meiner position Gieseckes wichtige erkenntnis zitieren:

“Unsere Konzepte von ‘Wahrnehmen’, ‘Wissen’, ‘Denken’ … und von ‘Lernen’ sind in Koevolution mit den Medien entstanden, in denen unsere Kultur ihr Wissen gewonnen, gespeichert, verarbeitet und verbreitet hat. Gerade für medientheoretisch Sensibilisierte muss es völlig unwahrscheinlich erscheinen, dass unter den neuen medialen Bedingungen diese Konzeptionen unverändert bestehen bleiben können.”

Was wir unter Lernen und Wissen verstehen ist entstanden in unserer eigenen Lernsozialisation und geprägt durch den Lern- und Wissensbegriff von Schule und Universität. Dieses Lernen, Denken und Wissen ist reduziert auf systematisches, formelles institutionalisiertes Lernen, kausal-logisches Denken und wissenschaftliches Wissen. Alle anderen Arten von Lernen, Denken und Wissensgenerierung sind in dieser Konzeption radikal abgewertet. Diese Konzeptionen sind in der Buchgesellschaft entstanden und darum historisch auch an sie gebunden. sie können nicht abbilden, wie im netz gelernt wird, nämlich informell, permanent, vernetzt. so muss man nicht nur eine neue Konzeptionalisierung von Lernen, Denken, Wissen fordern, sondern man braucht ganz einfach eine neue, weil man sonst die neue empirisch feststellbare gesellschaftliche Praxis des Lernens, Denkens und Wissens nicht modellierend verstehen kann.

2

Lisa Rosa

schrieb am 27. Januar 2010 um 23:13 Uhr:

Versteh mich nicht falsch: Deci & Ryan, ebenso wie Nonaka & Takeuchi, Bateson und andere sind ja schon am Ende der Industriegesellschaft, Versuche, Lernen neu zu denken, weil sie gemerkt haben, dass der alte Begiff, der nicht mal den Humboldtschen Denkhorizont ganz erfassen konnte, nicht mehr funktioniert. Solche Konzepte mit den Einsichten von Deci & Ryan werden ja nicht obsolet. Aber sie erfassen nicht die ganze neue gesellschaftliche Realität. Trotzdem ist es ein großer Unterschied, ob man denkt, der vordigitale Lernbegriff muss bloß mit neuen Attributen angereichert werden bzw. ein neues ins alte integriert werden, oder, ob man sagt, der alte Lernbegriff (Lernen ist systematisches, formelles, institutionalisiertes) muss von einem neuen Begriff abgelöst werden, der den alten dialektisch in sich aufhebt, also eine neue Stufe, eine neue Emergenz in einem historisch neuen Denkrahmen/Denkraum, der weiter ist, als der historisch ältere.

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Susanne G.

schrieb am 29. Januar 2010 um 09:20 Uhr:

Realität und Lernen liegen oftmals weit auseinander, man könnte behaupten es liegen Welten oder Krater dazwischen. Das Auffassungsvermögen eines jeden selbst ist halt unterschiedlich

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Johannes Moskaliuk

schrieb am 29. Januar 2010 um 12:17 Uhr:

danke für die Kommentare. Ich würde bestreiten wollen, dass der alte Lernbegriff nur “systematisches, formelles, institutionalisiertes” Lernen kennt. Aspekte wie “informell, permanent, vernetzt” könnte man auch mit den Begriffen Autonomie und Weltbürgertum (vgl. Humboldt) beschreiben. Damit ermöglicht das Netz, was gute Pädagogen schon lange wissen: Lernen findet in allen Lebenssituationen statt auch außerhalb formalisierter Lernsettings.

5

Lisa Rosa

schrieb am 1. Februar 2010 um 13:10 Uhr:

“kennt der alte Lernbegriff wirklich nur …?” – ja. Ich meine den Lernbegriff, der hinter unserem Bildungssystem steht, das die Schulen, Universitäten usw. ausdifferenziert hat als gesellschaftliche Subsysteme, die die Funktion der Reproduktion der Kultur erfüllen sollen. Diese Systeme werten in der Tat alles Lernen ab, was nicht systematisch, formell und institutionell stattfindet. Versuch doch mal ohne Schulabschluss (formell, institutionell) ein Hochschulstudium zu machen oder ohne Zertifikat aus der Uni dich um eine Stelle in einem Verlag zu bewerben …. was Du kannst (aus informellem Lernen) wird gar keine Rolle spielen, wenn Du nicht die entsprechenden zertifizierten “Voraussetzungen” vorweist, wirst du gar nicht erst zum Gespräch geladen, wo du vorweisen könntest, welche Kompetenzen Du hast. Und dass hier Schulpflicht – statt Lernpflicht – herrscht, zeigt nun gerade, welcher Lernbegriff gesellschaftlich gilt.
Auch auf der Ebene des Prozesses des Zertifikatserwerbs wird der/die Lernende IMMER damit konfrontiert, dass alles, was nicht systematisch, nicht formell ist, abqualifiziert, im Unterricht sogar verboten ist: ganz einfach z.b. der spontane informelle Austausch zwischen den Schülern in Form eines Gesprächs mit dem Banknachbarn, oder mit dem Handy aus der Schule hinaus. Erst wenn es möglich ist, in der Schule beim Lernen zu twittern und f2f zu reden, wann immer Bedürfnis besteht, könnte es sein, dass die Institution ihren Lernbegriff zu ändern auf dem Wege ist.
Und guck in die Lehrmaterialien und die Art und Weise, wie Unterricht gemacht wird (nach “den Regeln der Kunst”): Alles wird systematisiert, abstahiert von Kontexten und von der Umwelt. Man geht nicht in den Wald, um ihn zu erforschen – man sitzt im Klassenraum und liest einen Text über den Wald, den der Lehrer aus dem Kanon des Lehrplans herausgesucht hat. Ist jetzt ein bißchen überzeichnet wegen der Deutlichkeit, aber im Wesentlichen funktioniert Schule so. Erst als ich schon 15 Jahre Lehrerin war, wurde im Musikunterricht aufgehört, Notenlesen ohne selbst ein Instrument zu spielen, zu “lernen”. Ich habe Jahre betteln müssen, bis ich für jeden Schüler ein Keyboard hatte.
Dass DU selbst vielleicht einen ganz anderen Lernbegriff hast und Dich auf Humboldts emphatischen Bildungsbegriff beziehst, das spielt doch – entschuldigung – für die Analyse dessen, was als Lernbegriff herrscht in Form der gesellschaftlichen allgemeinen alltäglichen Praxis, keine Rolle! Ich habe auch einen ganz anderen Lernbegriff, aber darum ist er doch nicht gesellschaftliche Praxis! Auch der Humboldt ist in Form der Implementierung seiner Vorstellungen in der gesellschaftlichen Praxis der preußischen Schule (die wir etwas modernisiert) in D. immer noch haben, nicht umgesetzt worden, auch wenn die Bildungspolitiker immer so gerne von ihm reden. Es wurde nur das technokratische, nicht das ideelle umgesetzt. Und dabei ist es geblieben.

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Johannes Moskaliuk

schrieb am 1. Februar 2010 um 15:12 Uhr:

Vielleicht begründet sich unserer Meinung in unterschiedlichen Sichtweisen auf den gleichen Begriff: Du beziehst Dich auf die Praxis, wie sie in Schulen und Hochschulen an vielen Stellen noch statt findet, ich beziehe mich darauf, was wir aus einer wissenschaftlichen Perspektive unter Wissen verstehen (und die Frage ob wir Noten und Zertifikate brauchen ist keine wissenschaftliche Frage, sondern eine politische).

Ich finde dein Beispiel mit dem Wald passt da gut: Der Begriff von Lernen und Wissen ist keine Frage der “neuen medialen Bedingungen diese Konzeptionen”.

Deshalb plädiere ich dafür eben keinen neuen Wissensbegriff zu fordern, und den mit veränderten Nutzungsgewohnheiten zu begründen, sondern konsequent an Diskussion lange vor dem Web 2.0 anzuknüpfen, die Lernen als Konstruktion von Konstruktion von Wirklichkeit und eingebettet in das reale Leben versteht

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Lisa Rosa

schrieb am 1. Februar 2010 um 15:29 Uhr:

Ja, ich beziehe mich auf gesellschaftliche Praxis. Aber hinter jeder gesellschaftlichen Praxis steht eine Konzeptualisierung/Begrifflichkeit, die – mit dieser übereinstimmend – zusammen mit dem Leitmedium entstanden ist, und nicht etwa bloß Alltagsbegriff ist, sondern natürlich auch in der Wissenschaft ihre Entsprechung hat. Es gibt ja nicht DEN wissenschaftlichen Begriff vom Lernen. Zur Zeit sind eine ganze Menge im Angebot: subjektorientierte, kulturhistorische tätigkeitstheoretische, konnektivistische, konstruktivistische und natürlich auch die alten behavioristischen usw. nach denen die Schulpraxis organisiert ist. Aber auch Konstruktivistische Lerntheorien (die gibt es auch in mehreren Versionen!) haben den Leitmedienwandel noch nicht reflektiert. Mit ihnen kann man die neue Medienrealität und ihre doch gerade erst emergierenden Auswirkungen auf eine neue Lernrealität in der Gesellschaft nicht erfassen. Sie machen nur den Schwenk vom Instruktionistischen zum Konstruktivistischen und versuchen damit systemtheoretische Erkenntnisse abzubilden.

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Johannes Moskaliuk

schrieb am 1. Februar 2010 um 15:39 Uhr:

Es stimmt natürlich dass die Konzeptualisierung von Lernen und Wissen immer ein Diskurs ist, der Praxis und Theorie in Übereinstimmung bringen muss. Ich würde aber dabei bleiben wollen, dass die “gesellschaftliche Praxis des Lernens, Denkens und Wissen” wie sie durch das Netz erleben durchaus in bestehende Konzeptionen von Lernen integrierbar ist.

9

Lisa Rosa

schrieb am 1. Februar 2010 um 15:41 Uhr:

übrigens fordere ich den neuen Begriff gar nicht normativ. Er entsteht – und zwar zusammen mit bzw. in Folge der vorauslaufenden Praxis. Im Grunde geht es doch darum: Was wird unter Lernen in einer Gesellschaft verstanden und wie organisiert die Gesellschaft dieses Lernen für ihre Mitglieder? Die Diskussionen z.B. darüber, ob und wenn ja, wie in MMORPGs wichtige Kompetenzen für die Gesellschaft gelernt werden, ist ein gutes Beispiel dafür. Es wird schon längst in Web 2.0 gelernt – allerdings in der Freizeit und abgewertet von allen Pädagogen (jedenfalls hierzulande), wenn nicht gar verteufel (jedenfalls hierzulande), wird in MMORPGs, in chatts und facebooks, in blogs und second lifes beständig gelernt. Darüber, dass da Lernen stattfindet, und zwar ein wichtiges Lernen, sagt uns auch der Konstruktivist nichts. Der Konstruktivist weiß vor allem, dass intentionale belehrende Instruktionspädagogik nicht funktioniert.

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Lisa Rosa

schrieb am 1. Februar 2010 um 15:44 Uhr:

da stehen wir nun, wir können nicht anders ;-)
Ich kann nur noch mal mit Giesecke sagen – und ich finde es so überzeugend, weil ich historisches Denken für so wichtig halten:

“Unsere Konzepte von ‘Wahrnehmen’, ‘Wissen’, ‘Denken’ … und von ‘Lernen’ sind in Koevolution mit den Medien entstanden, in denen unsere Kultur ihr Wissen gewonnen, gespeichert, verarbeitet und verbreitet hat. Gerade für medientheoretisch Sensibilisierte muss es völlig unwahrscheinlich erscheinen, dass unter den neuen medialen Bedingungen diese Konzeptionen unverändert bestehen bleiben können.”

Bist Du beim educamp? Da geht es ja genau zu diesem Thema mit Schulmeister, Jörissen und Grell.

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Tino Sering

schrieb am 1. Februar 2010 um 16:39 Uhr:

Für mich ist der Lernbegriff (auch gesellschaftlich gesehen) aus Beitrag 5 (Lisa Rosa) zu kurz gegriffen.

Es ist richtig, dass dieser Lernbegriff gut auf die Schule passt und momentan auch massiv in die Universitäten hineingedrückt wird (Bologna-Prozess). Es ist aber falsch, dass überall in der Gesellschaft alles zertifiziert werden muss.

Gerade im Bereich des Magister und alten Diplomstudiengangs (so wie ich zum Glück noch einen studiere) sind sehr viele Freiheiten möglich und es geht eben nicht (nur) darum Stempel zu sammeln., sondern am Ende etwas zu können.

Im Bereich der IT war es schätzungsweise auch lange so (und es ist vermutlich immer noch ein bisschen so), dass Zertifikate nicht besonders viel gezählt haben (weil es sie einfach nicht gab) und es eher darauf ankam, was man kann. Wissen über Computer ist in unserer Gesellschaft fast ausschließlich informell erworben und diese Kompetenzen werden trotzdem hoch geschätzt.

Soweit erstmal.

12

Lisa Rosa

schrieb am 1. Februar 2010 um 21:34 Uhr:

@ Tino Sering
“Im Bereich der IT war es schätzungsweise auch lange so (und es ist vermutlich immer noch ein bisschen so), dass Zertifikate nicht besonders viel gezählt haben (weil es sie einfach nicht gab) und es eher darauf ankam, was man kann. Wissen über Computer ist in unserer Gesellschaft fast ausschließlich informell erworben und diese Kompetenzen werden trotzdem hoch geschätzt.”
Na eben! das ist doch ein perfekter empirischer Nachweis dafür, dass Computer und Internet (das neue Leitmedium) den buchgesellschaft-lernbegriff aufweicht und dazu führt, dass z.B. wieder informelles Lernen in der Gesellschaft eine große Bedeutung bekommt.

13

Tino Sering

schrieb am 1. Februar 2010 um 23:08 Uhr:

@ Lisa Rosa

Ok. Meinem (vermutlich) vorurteilsbehafteten Weltbild nach sind Zertifikate im Bereich der Kreativ-Berufe (Künstler, Schauspieler, Kameramänner, Texter, Designer, Architekten, Mitarbeiter in Werbeargenturen…) nicht so wichtig.

Es wäre vielleicht interessant sich anzugucken, wie z. B. Schauspieler ihren Beruf lernen und was für einen Begriff von Lernen sie haben. Vielleicht lässt sich einiges Analog auf die “neuen” Medien übertragen.

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Lisa Rosa

schrieb am 1. Februar 2010 um 23:33 Uhr:

aber du hast ja vollkommen recht: in “kreativberufen” war schon immer informelles lernen wichtig. aber diese sind ja genau von der “gymnasialbildung” abgewertet worden und werden es immer noch – stichwort “harte hauptfächer” usw. in D. kann man mit sport, musik und kunst, theater, kein Abitur machen. Und jetzt braucht die gesellschaft plötzlich jede menge kreative. nicht bloß in den klassischen kreativberufen, sondern auch in den harten wissenschaften. weil man mit dem alten kram nicht mehr weiter kommt. die globalen probleme lassen sich mit wissenschaft ala humboldtzeit nicht mehr lösen. und genau, wie du sagst: web 2.0 neigt dazu, den lernbegriff der kreativen wieder salonfähig zu machen, weil es anders funktioniert als schule und hochschule …

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torsten

schrieb am 10. Februar 2010 um 14:49 Uhr:

Leider setzt die Schule in vielen Fällen noch immer auf das eine richtige Wissen, auch wenn die Lehrmittel sprich Bücher zum Teil schon nicht mehr dem aktuellen Wissensstand entsprechen.

Wichtiger aus meiner Sicht ist es, daß man sich einem Thema von mehreren Seiten nähern kann und so aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann. Abgesehen davon daß 1+1 immer noch 2 ist.

Folglich, daß Schüler auch dazu in die Lage versetzt werden sich ihre eigene Meinung zu einem Thema zu bilden, die nicht immer zwangsweise der der Lehrer entsprechen muß. Symptomatisch: Was wollte uns der Autor damit sagen!

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Hanf Bosbach

schrieb am 15. Februar 2010 um 17:36 Uhr:

Das Net und die Verknüpfungsmöglichkeiten haben den Unterricht schon verändert. Dabei wird mehr und mehr gesetzt auf besser lernen. Die Studenten sollen selbst fündig werden. Dass sie die Kenntnisse zu sich nehmen ist weniger wichtig. Das halte ich jedoch für einen Fehler und ich hab das Gefühl das Internet ist auch Schuld daran. Es gibt Daten in Hülle und Fülle und Menschen geben sich keine Mühe mehr die eigentliche Botschaft heraus zu filtern.

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Andreas B.

schrieb am 19. Februar 2010 um 11:23 Uhr:

Das Internet und die “Buchgesellschaft” können auf Dauer nur dann gut ineinander greifen, wenn die Nutzer die entsprechende Medienkompetenz aufweisen, wie ja am Beispiel der Wiki-Einträge gut erläutert wurde. Diese sollte schon in den Schulen gelehrt werden. Es wäre möglich, den Schülern zu verschiedenen Themen mehrere fiktive Wiki-Einträge und den realen Eintrag vorzulegen und diese zu analysieren. Außerdem müssen die wissenschaftlichen Seiten im Internet sich auch bemühen, die Inhalte so aufzuarbeiten, dass sie am Computer angenehm zu lesen sind.



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