Das Web wird dreidimensional / aus 2 mach 3

Eben entdeckt: Ein interessantes Browser-Plugin, das normale zweidimensionale Webseiten in einer 3D-Umgebung darstellt “Ähnlich wie bei Second Life können sich die Nutzer in ExitReality http://www.exitreality.com mittels Avatar bewegen und sich mit anderen Besuchern der virtuellen Welt per Chat unterhalten und austauschen. ”

Das erinnert zunächst an www.weblin.com, ein Programm, das die Nutzer, die gleichzeitig auf einer Webseite surfen, als Avatare am unteren Bildschirmrand darstellt und die Kommunikation über einen Chat erlaubt.

Aber exitreality geht noch einen Schritt weiter und wandelt den Inhalt einer Webseite tatsächlich in dreidimensionale Inhalte um. Das habe ich natürlich gleich mit meinem Blog ausprobiert und bin verblüfft: Die einzelnen Einträge und Links werden mir als Schilderwald dargeboten, den ich durchwandern kann. Beim Draufklicken komme ich dann wieder ins normale Web.

Spannend ist das ganze bei klassischen Web 2.0-Seiten wie youtube.de (die das Plugin als virtuellen Kinosaal darstellt) oder myspace.de (hier gibt es die Möglichkeit, das eigene Profil als Apartment zugestalten). Über die technische Umsetzung und die Usability will ich mich hier gar nicht äußern. Da ist sicher noch viel zu tun. Ich finde es aber äußerst fazinierend, dass die Vision, Web 2D  Inhalte im Web 3D darzustellen als Prototyp bereits möglich ist.

Meine Vision wird da schon ziemlich realistisch: “Stellen sie sich mal vor, die Wikipedia wäre dreidimensional: Oben links sind die naturwissenschaftlichen Themen, oben rechts die Sozialwissenschaft, unten links alles zum Thema Computer und Internet, unten rechts finden das Thema Politik. Die Seiten, die als besonderes lesenswert sind, stehen alle ziemliche weit vorne, die weniger guten Seiten und Stubs eher weiter hinten. Wenn Sie eine Seite bearbeiten möchten drehen Sie sich einfach um, und die Artikelhistory eines jeden Artikels finden Sie im Fussboden. Hyperlinks sind als kleine Fähnchen angezeigt, wenn Sie da drauf klicken, kommen Sie in die nächste Etage (und können natürlich auch wieder nach unten gehen auf die Ursprungsseite). Die anderen Benutzer sind als Avatare sichtbar, sie sehen wer gerade an der Seite arbeitet, wer die Seite liest. Wie der Bildschirm aussieht, auf dem das möglich ist, ist mir noch nicht klar. Aber spannend wäre das.”

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7 Comments.

  1. Das ist ein sehr hübsches Tool. Als leidenschaftlicher Online-Spieler setze ich mich mit der Zukunft von 3D-Welten (z.B. Obama-Werbung in Crash-Car-Spielen) auseinander. Hier könnten – vielleicht noch nicht für das web 3.0 – aber für das web 4.0 interessante Ansätze vorhanden sein.

  2. Wirklich sehr interessant. Stellt sich nur die Frage ob das ganze nicht zu sehr auf kosten der Ladegeschwindigkeiten geht.
    Immerhin ist glaub ich eine hohe geschwindigkeit immer noch ein wichtiges kriterium im internet

  3. Web 4.0 naja das ist ein bisscchen sehr weit in die Zukunft gedacht denkst nicht?

  4. @Dirki. Ja, vorallem ist nicht klar, was das Web 4.0 sein soll. Der Begriff web 3.0 wird für das semantische Web verwendet, oder in der Version Web 3D fürs dreidemensionale Web. Der Begriff Web 4.0 würde ich “Satire” auf das Buzzword Web 2.0 verstehen.

  5. Gute Idee das mit der Satire auf Web 2.0 ;-)

  6. Die Idee gab es mMn schon vor 10 Jahren in so alten schlechten Filmen (eher bei der Dateinavigation) ;)

  7. Gerade auf der gamescon gesehen, das man nun auch mit seinen Gedanken steuern kann. Bin gespannt wann wir in 3D per Gedanken durchs Web steuern….

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