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» Dieser Artikel wurde am
23. September 2008
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Effektiver Einsatz von Wikis: Der Nutzer nimmt sich als Teil der Community wahr.

Dieser Blogeintrag ist Teil der Blogreihe “Effektiver Einsatz von Wikis“.

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Wikis ist die Betonung der Community als Ganzes: Der Nutzer muss sich selbst als Teil der Community wahrnehmen und sich mit der Community identifizieren können. Technische Funktionen wie die Anzeige der Gesamtzahl der Mitglieder, die Anzahl der Mitglieder, die gerade online sind, oder Informationen über die Aktivitäten der Nutzer (Anzahl der neuen Artikel, Anzahl der Seitenaufrufe) können dabei ein Aspekt sein. Denkbar ist auch die Integration des Wikis in vorhandene Kommunikationssysteme, sodass sich zum Beispiel Nutzer gegenseitig Instant Messages oder E-Mails schicken oder über Profilseiten oder persönliche Blogs (siehe Beitrag 5) miteinander Kontakt aufnehmen können. Wichtiger scheint aber die explizite oder implizite Betonung der Bedeutung der Community, zum Beispiel durch ein klar kommuniziertes Ziel oder eine Vision und die Schaffung einer sozialen Identität.

Die Community hat ein gemeinsames Ziel und eine gemeinsame Vision
Ein gemeinsames Ziel oder eine gemeinsame Vision ist Vorausetzung dafür, dass sich ein Nutzer als Teil der Community wahrnehmen kann und sich mit der Community identifiziert. Dabei kann dieses Ziel von Anfang an feststehen oder erst im Laufe der Arbeit mit dem Wiki von der Community entwickelt werden. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass unterschiedliche Mitglieder unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen und vertreten. Hier sind eine Auseinandersetzung mit den Zielen und eine Einigung auf ein gemeinsames Ziel notwendig, um Reibungsverluste zu minimieren und neuen Mitglieder die Möglichkeit zu geben, am Wiki mitzuarbeiten.

Die einfache und kostengünstige Möglichkeit, ein Wiki einzurichten und zu nutzen, kann leicht zu einem vorschnellen Einsatz führen, ohne den eigentlichen Einsatzzweck und die Ziele des Wikis festzulegen. Dabei wird die bloße Bereitstellung eines Werkzeuges in den seltensten Fällen zu einer effizienten und zielorientierten Nutzung führen.
Hilfreich kann es sein, gemeinsam mit den Nutzern oder Mitgliedern einer Organisation eine Wiki-Policy – also interne Richtlinien für die Nutzung des Wikis – zu erstellen. Neben einer expliziten Betonung der Wiki-Prinzipien wie der Offenheit und freien Zugänglichkeit von Wissen, kann hier betont werden, welchen Wert das Wissen eines Einzelnen für andere oder für die ganze Organisation haben kann. Auch die Ziele des Wikis können hier konkretisiert werden. Außerdem können Regeln für den Umgang mit Konflikten oder kontroversen Meinungen festgeschrieben werden, damit klar wird, dass eine konstruktive Auseinandersetzung mit anderen Meinungen gewünscht und gefördert wird, dabei aber gewisse Umfangsformen eingehalten werden müssen. So können mithilfe einer Wiki-Policy die organisationalen Rahmenbedingungen und die Organisationskultur gefördert werden, die für den effektiven Einsatz eines Wikis wichtig sind. Gerade ein klares Statement der Leitungsebene einer Organisation kann hier einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass sich das Wiki als wichtiges Werkzeug zur Konstruktion und Kommunikation von Wissen etabliert. Wichtig dabei ist, dass die Policy kein Regelwerk ist, das Verhalten vorschreibt und steuert, sondern einen Rahmen bietet für die Selbstverantwortung der einzelnen Mitglieder für ihr eigenes Verhalten und die Community als Ganzes.

Der einzelne Nutzer identifiziert sich mit der Community
In der Regel ist ein Wiki in den organisationalen Kontext integriert. Die Nutzer eines Wikis sind also gleichzeitig Mitglieder einer Firma oder eines Vereins oder arbeiten zusammen an einem Projekt. Damit existiert die Community in den allermeisten Fällen nicht nur virtuell, sondern ganz real. Die Identifikation mit einer Community ist also nicht losgelöst vom organisationalen Kontext denkbar. So ist zum Beispiel die Voraussetzung dafür, dass ein Mitarbeiter eines Unternehmens sich mit seinem eigenen Wissen an einem Wiki beteiligt, dass er sich auch mit dem Unternehmen und dessen Kultur identifizieren kann.
Wo ein Wiki nicht in einen organisationalen Kontext integriert ist, haben die Nutzer zumindest ähnliche Interessen oder Bedürfnisse oder sie können sich mit den Zielen des Projekts identifizieren. Damit wird die Community für den einzelnen Nutzer über den virtuellen Kontext hinaus zur relevanten Bezugsgröße. Die Mitgliedschaft (formal oder informell) wird wesentlicher Bestandteil des eigenen Selbstkonzepts. Daraus ergibt sich, dass auch Maßnahmen, die nicht direkt auf das Wiki selbst bezogen sind, die Partizipation am Wiki und damit dessen Effektivität steigern können. Auch wenn die Einsatzmöglichkeiten von Wikis für die Kommunikation und Konstruktion von Wissen vielfältig sind, wird ein Wiki in den seltensten Fällen völlig den direkten Kontakt zu den Mitgliedern einer Community ersetzen. Vielmehr kann es die Zusammenarbeit innerhalb des Wikis erleichtern, wenn sich die Mitglieder auch im direkten Kontakt kennengelernt haben.

Die Nutzer sind an der Konzeption beteiligt
Neben der Beteiligung der Nutzer an der technischen Entwicklung des Wikis ist auch die Einbeziehung der späteren Nutzer in die konzeptionelle Entwicklung des Wikis sinnvoll. Das betrifft sowohl die Integration des Wikis in die Strukturen und Abläufe einer Organisation als auch die inhaltliche, konzeptionelle Gestaltung des Wikis. Einmal ist es so möglich, die Bedürfnisse und Wünsche der Nutzer frühzeitig miteinzubeziehen und bei der Konzeption zu berücksichtigen. Zum anderen wird die Motivation erhöht, sich später an dem Wiki zu beteiligen, wenn die Nutzer sich ernst genommen fühlen und in Entscheidungsprozesse integriert sind.

Mitglieder einer Organisation, die schon in einem frühen Stadium eingebunden werden, haben eine wesentliche Funktion, wenn es darum geht, für die Akzeptanz und die Nutzung des Wikis bei den anderen Mitgliedern einer Organisation zu werben. Als Early Adopters benötigen sie eine hohe Toleranz gegenüber Systemausfällen oder Fehlern, sind aber wesentliche Multiplikatoren, wenn es darum geht, ein überzeugendes Produkt einzuführen. Hilfreich für die Einführung einer Wiki-Software in einer Organisation kann ein Kick-off-Meeting sein. Bei dieser Auftaktveranstaltung können das Interesse für das Projekt geweckt und die Ziele und Rahmenbedingungen vorgestellt werden. So sind die späteren Nutzer des Wikis schon zum Start umfangreich informiert; organisatorische und technische Rahmenbedingungen können geklärt, Ansprechpartner und Verantwortliche benannt werden. Eine solche Veranstaltung bietet außerdem die Möglichkeit, die Erwartungen und Vorstellungen der Wiki-Nutzer zu klären und bei der weiteren Gestaltung zu berücksichtigen. Auch das weitere Vorgehen und Möglichkeiten zur Bewertung des Erfolgs eines Projekts können bei solch einer Veranstaltung kommuniziert werden. Auch eine erste Einführung in die Bedienung des Wikis kann eine zentrale Rolle spielen, um den Nutzern den Einstieg zu erleichtern

1. Das Wiki kann einfach und intuitiv genutzt werden. (21.08.2008)
2. Die Struktur des Wikis fördert die Konstruktion von Wissen. (26.08.2008)
3. Das Wiki ist in die Abläufe und Struktur der Organisation integriert. (02.09.2008)
4. Der Nutzer nimmt sich als Teil der Community wahr. (23.09.2008)
5. Der Nutzer nimmt sich als wichtiges Mitglied der Community wahr. (21.10.2008)
6. Die Organisationskultur fördert Offenheit und Partizipation.
7. Der Nutzer profitiert von der Beteiligung am Wiki.

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Der Artikel wurde am Dienstag, den 23. September 2008 geschrieben. Er ist abgelegt unter folgenden Kategorien: Blogparade Wiki. Er ist mit folgenden Tags versehen: . Sie können hier einen Trackback senden Trackback zum Artikel anlegen. Kommentieren Sie den Artikel und lassen Sie sich bei neuen Kommentaren Feed für Kommentare automatisch benachrichtigen.

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Kommentare (2)

1

Ludwig

schrieb am 15. Oktober 2008 um 23:04 Uhr:

Hallo! Ich wollte mich kurz bedanken für deine schöne und lesenswerte Serie. Besonders der erste Absatz dieses Artikels fand ich für mich hilfreich, da ein potentieller Kunde für einen neuen kleinen Verband ein Wiki zum Aufbau einer Community nachfragte. Da sich die bisherigen Mitglieder höchstens informell treffen stellt sich die Frage wie man unter diesen Umständen eine gefühlte Community herstellt - Anzahl der Mitglieder online ist so simpel aber eine gute Idee. Vor allem Chat gefällt mir, vor allem für den Moderator die Neuankömmlinge gleich zu Beginn “abzuholen”, zu motivieren, anzuleiten und das Gefühl zu geben nicht allein zu sein. Konntest du damit konkret Erfahrungen sammeln, gerade in Bezug auf Communities mehrheitlich virtuellen Charakters?

Ganz nebenbei fände ich dass der Artikel noch dadurch gewinnen würde wenn du die nachfolgenden Artikel der Serie gleich verlinken würdest, ich jedenfalls hätte mich gefreut.

Viele Grüße, Ludwig

2

Johannes Moskaliuk

schrieb am 21. Oktober 2008 um 18:33 Uhr:

@Ludwig: Danke für’s Feedback. Die nachfolgenden Artikel sind noch nicht alle online, sobald das der Fall ist, verlinke ich sie in jedem Beitrag.



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