Eine deutsch-türkische Forschungsstudie zeigt, welche filmischen Stilmittel und Szenenabfolgen von erwachsenen Film-Neulingen verstanden werden – oder auch nicht.
Seit der ersten Projektion der Brüder Lumière vor über 100 Jahren hat sich das Genre ‚Film’ durch Kino, Fernsehen und Internet zu einem allgegenwärtigen Medium entwickelt und die moderne Gesellschaft nachhaltig geprägt. Während die psychologischen Wirkungen von Filmen in der Öffentlichkeit breit diskutiert werden, sind die psychologischen und kognitiven Voraussetzungen, um Handlungen und Geschichten der Filme verstehen zu können, hingegen bislang nur unzureichend geklärt. Doch ist das Medium Film durch seine Anschaulichkeit tatsächlich “selbst-verständlich”?
Die Beobachtung von erwachsenen Zuschauern aus abgelegenen Bergdörfern im Süden der Türkei – alle Personen hatten nie zuvor einen Film oder eine Videosequenz gesehen –, lieferte Forschern nun eine Antwort. In einer aktuellen Studie unter Beteiligung des Tübinger Leibniz-Instituts für Wissensmedien bekamen die Teilnehmenden eine Reihe kurzer Filmclips zu sehen. Die Clips enthielten filmtypische Darstellungsmittel wie den Wechsel der Kameraperspektive während eines Gesprächs, eine Ereigniszusammenfassung mit einem Zeitsprung oder auch die Betrachtung eines Geschehens aus dem subjektiven Blickwinkel des Protagonisten.
Entgegen Berichten aus den Anfängen der öffentlichen Filmvorführung – die ersten Kinobesucher seien aus ihrem Sessel aufgesprungen, weil sie fürchteten, aus der Leinwand würde eine Eisenbahn auf sie zufahren –, fanden die Forscher um den Tübinger Medien- und Kognitionspsychologen Prof. Dr. Stephan Schwan keine Hinweise darauf, dass die Filme von den Zuschauern für „echt” gehalten und mit der Realität verwechselt wurden.
„Die Ergebnisse der Studie belegen vielmehr, dass für die Verständlichkeit der Filme weniger die Ähnlichkeit mit Bedingungen der natürlichen Wahrnehmung, als vielmehr das Vorhandensein einer vertrauten Handlung entscheidend ist“, so Schwan. Ohne einen Handlungsfaden (in den Beispielfilmen war dies z.B. die Zubereitung von Tee und Mahlzeiten oder der Bau eines Holzzauns) – hatten die Film-Neulinge große Schwierigkeiten, filmtypische Darstellungsmittel angemessen zu interpretieren. Eine Vergleichsgruppe Film-erfahrener Zuschauer zeigte hingegen keine Verständnisprobleme.

Nach Ansicht der Forscher entkräftet die Studie somit die populäre Annahme, dass Filmschauen der natürlichen Wahrnehmung so ähnlich sei, dass es ohne Vorkenntnisse stattfinden könne. Für Schwan, der die Studie mit seiner türkischen Kollegin, der Filmwissenschaftlerin Dr. Sermin Ildirar, von der Universität Istanbul im Rahmen einer zweijährigen Forschungskooperation gemeinsam durchgeführt hat, sind die Ergebnisse vielmehr ein Beleg dafür, dass bereits das Verstehen einfachster Filme auf höheren kognitiven Prozessen beruht. Diese wiederum wurzeln in vielfältigen kulturellen Voraussetzungen. So müssen dem Zuschauer typische Geschichten, Situationen und Handlungsabläufe einer Kultur ebenso vertraut sein wie filmische Darstellungskonventionen. „Die Situation in Ostanatolien war aus Forschungssicht ein seltener Glücksfall“, wertet Schwan. „Sie hat uns erstmalig empirischen Aufschluss darüber gegeben, dass man auch ‚Filme und Fernsehen’ lernen muss.“
Schwan S, & Ildirar S (2010). Watching film for the first time: how adult viewers interpret perceptual discontinuities in film. Psychological science : a journal of the American Psychological Society / APS, 21 (7), 970-6 PMID: 20530390














Ein neues Sofa muss her und das am besten schnell, hab schon Angst das es zusammenbricht, wenn ich drauf sitze. Der Bezug des neue Sofas sollte ein bisschen was aushalten, da ich eine kleine Katze habe die des öfteren mal über das Sofa herfällt und ihre Krallen schärft. Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen mit Haustieren und kann mir bei der Wahl des Materials weiterhelfen?
ich kann dir Leder empfehlen. da bekommt man schnell die Haare runter und die können sich da nicht fest setzen und die kleinen kratzer von den krallen sieht man auch nicht. solltest nur drauf achten das es richtig dickes leder ist!
LG
Interessant, wie solche Leute darauf reagieren. In unserer heutigen modernen Gesellschaft ist es ja schon längst alles Status Quo. Deswegen existieren wohl auch diese ganz “kranken” Filme, dass die Leute noch geschockt werden.
Viele Leute sind doch schon sehr abgebrüht das Sie auf sowas garnicht mehr reagieren. Man nimmt es nur noch wahr aber das war es dann auch schon. So rezistend sind wir über die Jahre gweorden. Mir gehts da leider nicht anders
Hätte nie gedacht, dass man Fernsehen lernen muss. Aber gut wenn man noch nie in seinem Leben sowas in der Art gesehen hat, dann kann es wirklich schwer sein. Ist doch nahezu bei jeder neuefen Erfindung oder etwa nicht?
Es fällt einem fast schon schwer zu glauben, dass es noch Menschen gibt, die noch nie etwas von einem Fernseher gehört haben. Ihre Reaktion ist deswegen auch voll und ganz nachvollziehbar.
Solche Studien finde ich generell sehr interessant. Da sieht man richtig in was für einer Welt wir eigentlich leben.
Fernsehen muss nicht zwingend gelernt, eher verkraftet werden. Das ist aber nicht nur beim Fernsehen, sondern bei allen neuen Erfahrungen im Leben so. Während Fernseh-Fremde auf diese Art der Mediainteraktiven Unterhaltung geschockt reagieren, wird die westliche Reaktion ebenso geschockt auf östliche Bräuche und Sitten reagieren. Das fängt schon bei Volksfesten an, die oft viel intensiver und freier gefeiert werden, als wir es in Europa kennen.
Die Kraft der Macht – das Fernsehen… nicht unbedingt erforderlich oder, man lebt besser ohne.
Irgendwann wird auch der letzte Mensch auf diesem Planeten das in die Glotze schauen gelernt haben und die Volksverdummungs-Produktionen und Gebühreneintreiber werden jubeln.