Herr Guttenberg ist zurückgetreten. Damit können wir das Thema Plagiate abhaken. Denn die Empörung der Wissensschaft ist scheinheillig und die Diskussion führt weit am eigentlichen Thema vorbei. Ganz sicher ist das Abschreiben bei einer Doktorarbeit ein grobes Wissenschaftliches Fehlverhalten, das sanktioniert werden muss (und das ja auch wurde). Aber in der Affäre Guttenberg geht es nicht um Wissenschaft. Es geht um medienwirksame, erfolgreiche Vorbilder und deren erschlichenen gesellschaftlichen Status, vielleicht auch um Wahlkampf. Zugrunde gehen wird die Wissensschaft nicht, weil sich eine Karriere-Dissertation sich als Fälschung enttarnt und einige –vielleicht sogar mehrere– Wissensschaftler dreist abschreiben.
Denn: Im Zeitalter moderne Informationstechnologie lohnen sich Plagiate nicht. Immer mehr Universitäten prüfen die Arbeiten ihrer Studierenden automatisch auf Plagiate. Auch Verlage werden hier über kurz oder lang mitmachen, und es wird sich immer weniger lohnen, abzuschreiben. Auch das Übernehmen von Argumentationslinien oder der Struktur von Texten (was auch als Plagiat zu verstehen ist), wird sich in naher Zukunft automatisch erkennen lassen. Es lohnt sich also nicht, ein Plagiat anzufertigen, da die Wahrscheinlichkeit, dass es enttarnt wird viel zu hoch ist (vgl. das Guttenplag-Wiki).
Was die Diskussion um die Affäre zeigt: Wissenschaft entwickelt sich zur Subkultur. Wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten, wie sie zu ihren Theorien, Hypothesen, Daten, Ergebnissen und Publikationen kommen ist außerhalb dieser Subkultur kaum nachvollziehbar. Die Empörung über eine wissenschaftliche relativ unbedeutenden Dissertation täuscht über die Tatsache hinweg, dass es den Typ Wissenschaftler der sieben Jahre einsam im Stillen Kämmerlein sitzt und nachdenkt, schon lange nicht mehr gibt. Und statt uns sinnlos über Plagiate zu empören, sollten wir überlegen, wie wir das ändern können. Wenn der Beruf Wissenschaftler für Kinder ähnlich attraktiv wie Lokomotivführerin oder Astronaut ist, dann sind wir auf dem richtigen Weg (vgl. Mierk Schwabe). Wissenschaft muss sich zur Aufgabe machen, nicht nur möglichst viele und möglichst gute (und natürlich ohne abzuschreiben und Daten zu erfinden oder zu fälschen) Publikationen zu Stande zu bringen, sondern ihre Ergebnisse auch der Öffentlichkeit zugänglich zumachen.
Das Dr. vor dem Namen ist dann nicht nur ein Hinweis auf die Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten. Der Titel zeigt auch, dass der Träger des Titels sich zu gesellschaftlich, relevanten Fragen qualifiziert und vor allem basierend auf wissenschaftlicher Evidenz äußeren kann.


42 comments
Silke | am 2. März 2011 um 10:31 Uhr
Eine gute Dissertation ist immer noch ein Beweis, für Qualifikation. Allerdings hat sich das Stimmungsbild mittlerweile schon so weit gewandelt, dass man hier einen nicht vorhandenen Fachkräftemangel attestiert und lieber Leute aus Indien per Airlines einfliegen lässt.
Marcus Cyron | am 2. März 2011 um 10:57 Uhr
Ich kann diesem Beitrag vollumpfänglich NICHT zustimmen.
Johannes Moskaliuk | am 2. März 2011 um 11:04 Uhr
@Marcus: Danke für den Kommentar. Wo genau liegt deine Kritik: Am Argument “Plagiate lohnen nicht”, oder am Argument “Wissenschaft ist eine Subkultur”?
Daniel | am 2. März 2011 um 18:37 Uhr
Hmmm, ich stimme dem Beitrag *teilweise* zu
Ich denke auch, dass es sich hierbei um eine politische Exekution gehandelt hat, bei der die Wissenschaft Henkerin gespielt hat. Unterstützt von vielen Freiwilligen, darunter auch viele gute Wissenschaftler.
Traurig fand ich den Vorfall nicht für die deutsche Wissenschaft oder den Standort Deutschland, sondern für die deutsche Politik. Wenn hier Politiker, allen voran Künast und Trittin, süffisant jemanden öffentlich kreuzigen, dann hat das nichts mehr mit der Verteidigung guter wissenschaftlicher Praxis zu tun. Ein solcher Plagiatsfall ist verfolgenswert und ärgerlich, aber darüber sollte man sich nicht freuen und die Kritiker sollten das Fehler finden nicht so genießen. Und Politiker sollten sich mit Argumenten durchsetzen (naiv, ich weiß) und nicht Personen anderweitig aus dem Amt ziehen. Das ist entwürdigend und die Grünen haben hier klar gezeigt, dass sie keinen Anstand haben.
Wo ich nicht zustimme ist die Kluft zwischen Wissenschaft und Praxis. Ich denke, dass vor allem wegen der leichten Verfügbarkeit wissenschaftlicher Arbeiten im Internet, Laien (oder die breite Öffentlichkeit) Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten bekommen werden und dort mitmischen werden. In wie weit sie die Forschungsarbeiten richtig interpretieren können, sei dahingestellt — die Fraktion der … sagen wir mal Alternativ-Wissenschafts-Interessierten im Netz macht da nicht gerade Hoffnungen. Kopierte Textstellen in einer Jura-Arbeit zu finden ist leicht, Experimente in einer Physik, Chemie, Biologie oder Psychologie-Arbeit zu überprüfen … schon was schwerer.
Problematisch sehe ich aber, dass in diesem Fall die Masse an Leuten zusammengearbeitet hat um etwas zu zerstören. Während ich Begriffe wie “Wisdom of Crowds” sehr positiv sehe, wenn es um die Erstellung von Werken geht (yup, Wikipedia), machte hier die “Crowd” den Eindruck eines emotional operierenden Mobs … digitale Fackeln brennen anders, hinterlassen aber trotzdem Verwüstung. Guttenberg hat fehlerhaft gearbeitet, mal schauen, was passiert, wenn ein Unschuldiger unter dem Ameisenheer begraben wird.
Und ja, die Probleme der Wissenschaft liegen woanders — und hier finde ich es heuchlerisch, sich über eine fehlerhafte Doktorarbeit einer nicht wissenschaftlich tätigen aber schwer politisch angreifbaren Person aufzuregen und sie mit Massenangriffen aus dem Verkehr zu ziehen, als wäre sein Vorgehen üblich unter wissenschaftlich tätigen Personen oder gar das größte Problem der Wissenschaft.
Die Wissenschaft selbst hat in all dem politischen Dreckwerfen nichts davongetragen — nur etwas Blut auf ihrem Gewand, und das ist beschämend.
Stefan | am 3. März 2011 um 00:36 Uhr
Nette Seite, gefaellt mir.
kathi | am 4. März 2011 um 14:02 Uhr
@ daniel:
“und hier finde ich es heuchlerisch, sich über eine fehlerhafte Doktorarbeit einer nicht wissenschaftlich tätigen aber schwer politisch angreifbaren Person aufzuregen und sie mit Massenangriffen aus dem Verkehr zu ziehen”
das was hauptsächlich sanktioniert wird ist nicht fehlerhaftes wissenschaftliches vorgehen a la mangelnde validierung einer forschungsmethode o.ä.
das hätte in der tat nichts mit politik zu tun.
es geht aber darum, dass herr g. mit seiner unterschrift unter der erklärung, er habe die arbeit selber angefertigt, zeigt, wie viel er von so einer verfassung hält und wie viel seine unterschrift bedeutet.
und das geht die politik sehr wohl etwas an, wenn der verteidigungsminister irgendwo seine unterschrift drunter setzt und niemand weiß, was das jetzt bedeutet.
in falle dissertation hat es “nur” einige wissenschaftler getroffen. aber woher weißt du, dass dieses verhalten nicht eine prinzipielle charaktereigenschaft ist – gesetz ignorieren, wenn es dem eigenen vorteil dient.
politisch gesehen würde es dann evtl das ganze volk betreffen.
Johannes Moskaliuk | am 4. März 2011 um 16:36 Uhr
@Daniel und kathi: Danke für Eure Kommentare.
Keine Frage, ein wissenschaftliches Fehlverhalten, egal man die Unterschrift unter einer Erklärung oder die Plagiate an sich meint ist nicht akzeptabel.
Das die Weisheit der Massen dazu beigetragen hat, diese Fehlverhalten in seiner ganzen Breite aufzudecken finde ich auch bemerkenwert, und die Frage berechtigt, was wäre, wenn diese Wucht einen Unschuldigen treffen würde.
Und: Ja, es geht hier um Politik und das Verhältnis von Gesellschaft und Wissenschaft, nicht so sehr um die Wissenschaft an sich. Und das möchte ich zumindest für mein Fachgebiet behaupten: Das Plagieren ist kein zentrales Problem für den Wissenschaftlichen Betrieb.
kathi | am 4. März 2011 um 18:25 Uhr
natürlich: wer ernsthaft an wissenschaft interessiert ist, plagiert nicht. denn dann könnte er es auch gleich sein lassen.
kathi | am 4. März 2011 um 18:36 Uhr
Im übrigen wollte ich nicht behaupten, es sei kein wissenschaftliches Vergehen, natürlich ist es das.
Es ging ja viel mehr um die Frage, warum einen guten Politiker aus seiner Position werfen, wenn er doch in einem anderen Ressort den Fehler gemacht hat. Und da ist meiner Meinung nach die prinzipielle Einstellung einer Verfassung gegenüber das Hauptargument.
Ich studiere selber Psychologie, habe gerade meine erste Studie hinter mich gebracht und bekomme allmählich (auch wenn ich noch ziemlich am Anfang bin) einen Eindruck davon, was es bedeutet Wissenschaftler zu sein. Es ist ein hartes Stück Arbeit. Trotzdem fasziniert und interessiert es mich. Ich werde vermutlich in Richtung Forschung Sozialpsychologie gehen und ich finde einfach, dass es die ganze Arbeit wert ist und ich wüsste keinen Grund, warum ich plagieren sollte.
sagma | am 9. März 2011 um 15:41 Uhr
Ich muss zugeben, auch ich war anfänglich auf Herrn Guttenbergs Seite, weil ich irrtümlich annahm es handelt sich tatsächlich um “vergessene Fußnoten” (nicht dass das zu tolerieren wäre). Mittlerweile ist ja aber klar, dass er gezielt Passagen ihrer Autorensignatur entfernt hat, Zeitdaten an seine Dissertation anpasste etc. Das ist nicht mehr tragbar, erst recht nicht für eine Person im politischen Amt.
Würde er noch ein Amt ausüben, käme das einer Bloßstellung und Verhöhnung der Akademikerkaste teil..
NathanC | am 21. März 2011 um 19:16 Uhr
Hier stimme ich meinem Vorredner voll und ganz zu. Mit dem Fakt, wie sich Herr Guttenberg versucht hat herauszuwinden, hat er den letzten Funken Glaubwürdigkeit verspielt. Unabhängig davon ob er den Titel tatsächlich aus Interesse und Anerkennung an der Wissenschaft erfahren, oder einfach nur als Prestigeobjekt gehandelt hat. Wer so dreist einzelne Textpassagen und sogar IM Text die Initialien des ursprünglichen Autors umschreibt, hat nichts anderes im Sinne als auf einfache Art und Weise dieses Prestigeobjekt inne zu halten.
Mark | am 22. März 2011 um 15:37 Uhr
Auch ich kann nur zustimmen, ich freue mich sehr über die hier veröffentlichten Meinungen dazu. Denn ich habe auch schon von vielen Leuten gehört, die trotz der Plagiatvorwürfe auf Guttenbergs Seite standen. Das sei doch alles nicht so schlimm. Und doch, denn genau dass hat ihn als Lügner bzw Heuchler enttarnt und meiner Meinung nach müsste nun alles in Frage gestellt werden, was der Mann veröffentlicht hat. Nur wie kann der eigentlich davon ausgehen, dass die abgeschriebenen Stellen nicht enttarnt werden? Also mal davon abgesehen, dass es einfach unverschämt ist, Textpassagen zu klauen. Guttenberg muss doch gewusst haben, dass er GERADE weil er eine so hohe Stellung bekleidet, besonders geprüft wird und das viele Leute seine Arbeit lesen würden. Das Risiko ist doch viel zu groß und es hätte ja garnicht anders ausgehen können, das war mit Ansagen! Aber naja, regen wir uns nicht weiter drüber auf. Er ist ja weg.
Für mich steht aber immennoch die Frage im Raum, wie man die Wissenschaft interessanter machen kann. Da muss ja von Kindheit an ein gewisser Forschungsdrang da sein. Und da die Kinder heutzutage nur noch durch Fernsehen gefördert bzw verdummt werden, wie ich das mitbekomme, wundert es mich nicht, dass auch der Drang nach Forschung und Wissenschaft flöten geht. Meiner Meinung nach ist das also eine Frage der Erziehung und Förderung.
Henrike | am 4. April 2011 um 14:07 Uhr
Wow, nach aktuellen Meldungen hat es nun auch unseren Vizekanzler Guido Westerwelle “erwischt”. Zwar keine Plagiatsvorwürfe, aber musste wohl aufgrund des Umfragenkollaps der FDP doch seinen Hut ziehen. Immer mehr der “bekannteren” Gesichter und Publikumslieblinge scheinen in letzter Zeit abzudanken oder abdanken zu müssen.
Mehr Freiraum für idealisierte junge Wilde
thorsten | am 28. April 2011 um 17:25 Uhr
Naja, das Thema Plagiat ist noch nicht zu Ende. Koch-Mehrin erfreut sich der Aufmerksamkeit und ich glaube, nachdem die “Plagiatsdetektive” Blut geleckt haben, werden noch einige Werke “geprüft” werden.
Susanne | am 4. Mai 2011 um 09:18 Uhr
@Thorsten:
Das sehe ich nicht unbedingt negativ … wer weiß, was dabei noch alles zum Vorschein kommt, auch wenn das Thema zur Zeit nicht sehr öffentlich ist.
Natürlich wird hier versucht, politische Druckmittel gegen unliebsame Konkurrenten zu finden, aber gleichzeitig bedeutet es doch auch, dass die, die sich durchgeschwindelt haben, entblößt werden … das kann ich persönlich nur befürworten, gerade im Bereich der Politik.
Stier | am 5. Mai 2011 um 17:54 Uhr
Hier muss man sich nur fragen, was wohl bei einer weitumfassenden Überprüfung unserer Politikerklasse herauskommen würde. Dass ein fast-Kanzlerkandidat so auf sich aufmerksam macht, ist schon traurig genug. Kaum auszudenken, wenn bei einer Überprüfung noch weitere Politiker “negativ” auffallen würden. Das Vertrauen wäre dann wohl endgültig verloren
Amerikanisches poker | am 6. Mai 2011 um 21:32 Uhr
An sich ist das eine geniale Geschichte, ich bin mir nicht sicher, ob das auch langfristig realistisch brauchbar sein wird!
Rose | am 24. Mai 2011 um 10:09 Uhr
@Stier: Welches Vertrauen?
Eine grundlegendere Überprüfung zumindest der Politiker, die letztlich dann doch über uns alle entscheiden, halte ich schon für durchaus angebracht – ich wäre schon gern von Menschen regiert, die legitim gezeigt haben, dass sie in ihrem Bereich kompetent sind.
Novolinetricks | am 2. Juni 2011 um 19:09 Uhr
Theoretisch ist das eine gute Story, ich bin mir aber unsicher, ob das auch langfristig umsetzbar sein wird.
Peter | am 6. Juni 2011 um 13:33 Uhr
Hmm da wiederholt sich ja garnix^^
Aber die Geschichte hat auf jeden Fall seine Folgen. Hat nicht jetzt auch noch eine Frau eins reingewürgt gekriegt? Zumindest wird jetzt mehr Acht drauf gegeben und den Politikern nicht mehr blind vertraut, nur weil sie nen guten/langen Namen haben. Das ist doch schon mal was. Jetzt müssen die Politiker nur noch ehrlich werden
Schredderer | am 20. Juni 2011 um 10:53 Uhr
Bleibende Folgen wird die ganze Sache sicherlich haben – oder sollte sie zumindest, auch wenn die Masse es wohl schon wieder vergessen hat. Das ist aber nicht weiter schlimm, solang entsprechend kompetente Leute ihre Aufmerksamkeit hin und wieder auf unsere Politiker richten und schauen, ob sie tatsächlich sind, was sie vorgeben zu sein.
Danni | am 29. Juni 2011 um 18:21 Uhr
Ich finde die Medienberichterstattung zu dem Thema viel zu übertrieben und aufgeblasen. So etwas gab es schon immer und wird es auch immer geben.
Willy | am 4. Juli 2011 um 11:21 Uhr
@Danni: Medienberichterstattung ist idR immer aufgeblasen und übertrieben, das liegt in deren Natur, und wird von den reizüberfluteten Menschen doch auch so gefordert. Ein paar sachliche Meldungen an der Seite interessieren doch keinen, der Fall einer Lichtgestalt muss es sein.
Damit wird man sich leider abfinden müssen, aber die Berichterstattung darf ja nicht darüber hinwegtäuschen, dass so etwas einfach nicht passieren darf (aber wird, und deswegen besser kontrolliert werden sollte).
badshah | am 5. Juli 2011 um 08:05 Uhr
Ich kann dem nur voll und ganz zustimmen!
kaastn | am 5. Juli 2011 um 13:56 Uhr
Jap. Willy spricht auch mir aus der Seele. Wären die Medien nicht so dramatisch dargestellt, würde sie ja keiner lesen.
Eigentlich müsste man das Problem bei der Wurzel packen und dafür sorgen, dass Leute gar keine Grund mehr haben, zu lügen bzw. so hinterhältig zu sein. Warum trauen sich die Leute das? Haben sie keine andere Wahl, keine Zeit oder sind sie zu faul? Peace and Love!
karlo | am 12. Juli 2011 um 11:38 Uhr
Wie willst du denn das Lügen verbieten, das ist eine Sache, die viel zu etabliert ist. Das gehört zur Normalität. Der normale Deutsche tut das wohl so 200 Mal am Tag, um sich kleine Vorteile zu verschaffen. Vielleicht sind die mit ihren Lügen soweit gekommen, dass sie die Angst vor dem Risiko verloren haben. Bei solchen Leuten sollte man nun mal prüfen, was noch alles erstunken und erlogen war – da findet sich sicher noch was.
weroth | am 13. Juli 2011 um 11:04 Uhr
@ Da müsste man aber viele, viele Jahre überprüfen, die Zeit hat niemand. Wer sich erwischen lässt, muss eben zurücktreten. Das Lügen wird niemand aus den Menschen heraustreiben können. Vielleicht kann man aber die Gesinnung noch ändern.
cori | am 22. Juli 2011 um 15:19 Uhr
Auch die Gesinnung zu ändern wird schwierig, wenn nicht sogar noch schwieriger als das Lügen zu unterdrücken. Denn Unterdrückung schafft Lügen. Aber was schafft die Anstandslosigkeit in den Menschen, zu Lügen, obwohl einem alle vertrauen und es nicht nötig gewesen wäre?
Marco | am 25. Juli 2011 um 09:49 Uhr
Tja, nun sind schon ein paar Monate ins Land gezogen, und was haben wir gelernt? Haben wir etwas gelernt? Kenn den Namen Guttenberg eigentlich noch jemand? Inzwischen hat Otto-Normal-Bürger doch die Sache längst vergessen, ich bin sicher, der Herr Guttenberg könnte schon wieder die ein oder andere Innenstadt passieren, ohne erkannt zu werden.
Nadin | am 8. August 2011 um 22:58 Uhr
Im Zeitalter moderne Informationstechnologie lohnen sich Plagiate nicht. DAS sehe ich auch so!
Henni | am 17. August 2011 um 16:20 Uhr
Natürlich müssen Doktoranden, die ihre Texte abschreiben, unbedingt aus dem Verkehr gezogen werden, keine Frage. Erschlichene Arbeiten sind nicht tolerierbar. Aber man sollte sich auch fragen, warum so etwas anscheinend immer öfter passiert (oder wird es einfach nur öfter gemerkt?). Wenn ein Politiker mit Mitte/ Ende 30 nicht nur ein komplettes Studium und lange Berufserfahrung, sondern auch noch eine vollendete Doktorarbeit und ein wichtiges Amt inne hat, hat er für sein Alter viel erreicht. Da aber immer öfter erwartet wird, dass man möglichst jung die Karriereleiter hinaufsteigt und fantastische Qualifikationen mitbringt, die ein durchschnittlicher Mensch in so kurzer Zeit wohl kaum erreichen kann, lassen sich viele hinreißen, auch mal die “schnelle” Variante eines Titels zu wählen, nämlich eine Doktorarbeit zusammen zu schustern. Eine Promotion braucht viel Zeit, diese haben aber viele nicht. So kommen dann solche Fehltritte zustande.
grauschwarz | am 29. August 2011 um 12:46 Uhr
(Würde mich mal über ein neues Thema freuen)
Chris | am 31. August 2011 um 11:54 Uhr
@Henni: Ich denke, es kommt zum einen tatsächlich häufiger vor, wird aber allgemein auch öfter erkannt.
Warum es häufiger vorkommt, hast du ja schon ganz gut dargelegt: Zeit- und Erfolgsdruck, es muss eben immer noch eine Stufe hinauf gehen, dabei hat man dafür doch gar keine Zeit.
Aber mit den Mitteln, die uns heute (allen) zur Verfügung stehen, fliegen solche Fehltritte natürlich auf. Vielleicht nicht gleich heute oder morgen – aber irgendwann auf jeden Fall.
damion | am 20. Dezember 2011 um 21:52 Uhr
Der Mann scheint ja bald wieder oben auf zu sein. Die Geschichte ist ja wohl inzwischen (fast) vergessen hihih
Fabian | am 4. Januar 2012 um 10:53 Uhr
Oben auf ist gut. Ist schon interessant, wie schnell man einen Betrug dieser Ausmaße links liegen lassen kann, wenn es um politische oder wirtschaftliche Interessen geht.
elisabetha m | am 5. Januar 2012 um 22:41 Uhr
Der soll ja auch bald wieder in die Politik (ich hoffe nicht – wäre nur peinlich für alle)
Conrad | am 18. Januar 2012 um 14:33 Uhr
Unglaublich eigentlich, was da vor sich geht. Uns versucht man von Geburt an einzutrichtern, dass man sich mit lügen nur selbst ins Abseits manövriert, und hier sieht man eine öffentliche Gestalt, die das munter zelebriert und nur hier und da mal einstecken musste.
FrauGabriele | am 19. Januar 2012 um 10:50 Uhr
Herr Guttenberg plant ja nun für die nächste Wahl zum Bundeskanzler als Kandidat anzutreten. Bitte nicht, kann ich da nur sagen, da sich Deutschland mit seinen Politikern im Moment ja sowieso schon zum Gespött der ganzen Welt macht. Mein Problem ist nicht mal so sehr, dass er “geschummelt” hat, sondern die Tatsache, dass er das auch lange noch nachdem die Beweise schon auf dem Tisch lagen, geleugnet hat. Aber in der Politik werden halt mehr Märchen erzählt als in der Vorweihnachtszeit.
Flugangst | am 3. Februar 2012 um 22:37 Uhr
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Fallschirmspringen | am 16. Mai 2012 um 14:45 Uhr
Bei solchen Diskussionen geht es echt nicht um Wissenschaft.
Mal ehrlich, die meisten Doktorarbeiten etc. handeln von Themen, die völlig an den Haaren herbei gezogen sind. Klar kann man über die Auswirkung des Monsuns auf die Ziegenwirtschaft in Sachsen schreiben, aber wirklich wissenschaftlich wervoll ist das nicht. Es gibt einfach nicht genug Dinge, über die sich Forschung wirklich lohnt, also werden irgendwelche Sinnlosthemen bearbeitet.
Jana | am 4. Juni 2012 um 17:29 Uhr
Also ich muss sagen, ich habe lange nichts vom fränkischen Adligen gehört. Was gibt es denn Neues??
Batterium | am 19. Juni 2012 um 13:11 Uhr
Würde man sich die Mühe machen und alle Doktor Arbeiten der letzten 30 Jahre prüfen wäre man warscheinlich erstaunt wie wenige Doktor Titel es danach noch gibt
Halte den Titel ohnehin für überflüssig – ist er doch kein wirklicher Qualitätsfaktor. Die Praxis sieht immer anders aus und für die ganzen Doktoranden gibt es auch nicht so viele Themen die wirklich Sinn machen sie zu untersuchen