Wer hat’s noch nicht mitgekriegt: Lutz Heilmann eine einstweilige Verfügung gegen die Wikimedia Deutschland erwirkt, dass das Portal wikipedia.de zunächst eingestellt werden muss. Die Seite wikipedia.de verweist auf de.wikipedia.org, die deutsche Wikipedia und ist damit für viele Internetnutzer in Deutschland eine beliebte Einstiegsseite. Wikimedia hat reagiert, und die Weiterleitung auf de.wikipedia.org umgehend entfernt. Die Inhalte der Wikipedia sind davon aber natürlich nicht betroffen. Inzwischen hat der Jurist Heilmann es sich anders überlegt, erklärt, dass er keine weiteren juristischen Schritte unternehmen wird.

Von meiner Seite erstmal: “Danke, für diese Aktion”. Am Samstag gingen mehr als 16.000 Euro Spenden beim Verein ein, viele mit explizitem Hinweis auf die Aktion des Bundestagsabgeordneten mit Stasi-Vergangenheit.  Hat also was gebracht. Und – wir wissen jetzt, was uns vorher völlig egal gewesen wäre, dass Herr Heilmann keinen Bekannten per SMS bedroht hat und deshalb natürlich auch seine Immunität nicht aufgehoben werden sollte. Wenn’s gut läuft, schafft es diese Information in die Tagessschau, zumindest im Spiegel werden wir was drüber lesen. Bleibt noch die Frage, ob alle die auf die deutschsprachige Wikipedia verlinken, dass jetzt lieber lassen sollten.

Ich finde Martin von netzwertig.com  trifft den Nagel auf den Kopf wenn er schreibt: “Das Land braucht eine neue Medienkompetenz.” Herr Heilmann braucht keine Juristen (er ist ja selber einer), sondern Berater, die sich in Sachen Web 2.0 und Medien ausgehen, und dabei das nötige psychologische Händchen haben, um vorab zu warnen, dass sowas meistens in die Hose geht.

Das Ergebniss dieser Aktion: Auf der Wikipedia – Seite über Herrn Heilmann wird ein kleiner Absatz eingearbeitet werden, der beschreibt, wie der Politiker erfolglos versucht hat, mit einer einstweiligen Verfügung Gerüchte aus der Welt zu schaffen, die er damit für alle Ewigkeit im Netzt zementiert hat.