Leben 2.0
Wussten Sie’s schon: Man braucht mindestens eine 2.0 hinter dem Namen, um als innovativ zu gelten. Und das Tolle daran, 2.0 kann man eigentlich überall hintendran schreiben: Lernen 2.0, Education 2.0, Enterprise 2.0, Science 2.0. Der Innovation steht also nichts mehr im Wege.
So auch auf faz.net: Da lese ich eben unter der Überschrift “Schulbank 2.0″ über die Änderungen, die die Bologna-Beschlüsse auf die Ausbildung von Gymnasialleherinnen und -lehrer in Deutschland haben. Wie bitte? Hinter jede Neuigkeit packen wir einfach die Versionskennzahl 2.0. Und nächstes Jahr 3.0 und dann 4.0 und so weiter? Und wenn wir die Bachelor und Masterstudiengänge dann überzeugt gegen die Wand gefahren haben, dann wars halt 0.0?
Ok, manchmal macht es Sinn. So stand in der ersten Fassung meiner Diplomarbeit auch noch das Wort Lernen 2.0. Damit habe ich versucht zu beschreiben, dass sich durch die technische und soziale Revolution neuer Internetanwendungen (Web 2.0) auch der Umgang eines Indiviuums mit Wissens und Informationen ändert und dass das zwangsläufig auch Änderungen für das Lernen und Lehren in Schule und Hochschule mit sich bringt. Das schöne Wort ist dann aber der “Buzzword”-Überarbeitung zum Opfer gefallen.
Mein Vorschlag: Nur wer sich ganz sicher ist, dass es sinnvoll ist eine 2.0 hinter eine Innovation zu schreiben, sollte das auch tun. Schreiben Sie doch lieber mal 1.5, oder wenn Sie sicher gehen wollen, dass Sie nicht zuviel versprechen erstmal 0.5.

















Kommentare (1)
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Michael
schrieb am 13. Februar 2008 um 10:33 Uhr:
Diese ganze 2.0 Thematik ist total aus dem Ruder gelaufen. Am Anfang gab es Web 2.0 und heute schmückt sich jede Nachrichtenseite täglich mit mindestens einer Headline wo das Wort 2.0 vorkommt. Das dumme daran ist, das viele dann denken, dass der Artikel oder die Thematik ja besonders attraktiv sein muss wenn schon das Wort 2.0 verwendet wird. Ich bin dafür, dass das Internet wieder Internet heißt und nicht Web 2.0!
Die folgenden Seiten verweisen auf diesen Artikel (1)
Themenschwerpunkt Web 2.0 bei First Monday | Johannes Moskaliuk
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