Net Generation: Totalverweigerung?
Der Frage nach der Net Generation widmet sich mal wieder eine Studie (.pdf), diesmal von der Sheffield University http://www.shef.ac.uk. Das Ergebnis: Die Jugendlichen der Net Generation haben Nachholbedarf, zumindest was den Umfang mit Wissen und Informationen und dem Recherchieren danach angeht. Wenn wundert’s. “Es scheint, als würden sie online gehen, um das Lesen im klassischen Sinne zu vermeiden”. Genutzt werden Wikipedia und Facebook und Co. Dann ist Schluss.
Etwa 20 Prozent der Jugendlichen können als “digitale Dissidenten” gelten, die sich völlig vom Computer fernhalten. Weitere 57 % nutzen das Internet nur selten. Alles in allem also wieder: Keine Netgeneration, zumindest in der befragten Stichprobe. Die Tendenz zum ungenauen und oberflächen Lesen und Suchen nach Informationen, zeigt sich aber durch alle Altergruppen hindurch. Das Fehlen einer digital literacy, eine Kompetenz im Umgang mit neuen digitalen Medien und das effektive Verarbeiten von Informationen, die über diese neue Medium bereitgestellt werden, ist zentrales Problem. Dringend notwenig ist das Vermitteln der für das Nutzen des Internet als Informationsmedium notwendigen Kompetenz, in Schule, Hochschule, Aus- und Weiterbildung.
Update: Eine knappe Zusammenfassung der Studie (eben entdeckt) findet sich in der Wissenswerkstatt bei Marc.



Kommentare (3)
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NootoMan
schrieb am 21. Mai 2008 um 13:43 Uhr:
Keine Altersgruppe ist homogen – auch die Jugendlichen nicht. Im Unterschied liegt eben die Chance. So gesehen verhalten sich die Jugendlichen genauso wie ihre Eltern. Mit dem Unterschied, dass man von Seiten der Medien unterstellt, die Jugendlichen wären in punkto Internet und Nutzung neuer Medien per se besondern versiert – und dies ist natürlich ein Fehlschluss.
Die Ergebnisse der Studie kann ich in weiten Teilen bestätigen. Mehr noch, ein interessierter Erwachsener, der mit dem Internet beruflich zu tun hat, ist jedem interessierten Jugendlichen in Sachen Recherche und Informationsgewinnung haushoch überlegen. Das Hintergrundwissen macht hier den Unterschied.
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