scholarz.net | Wissenschaftliches Arbeiten im Web 2.0

Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojektes „Wissenschaftlich Arbeiten im Web 2.0“ an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wird eine neue Wissenschaftler Software mit dem Namen „scholarz.net“ entwickelt. Projektleiter ist Daniel Koch.

Selbst beschreiben die Entwickler ihr Produkt so: „scholarz.net“ ist eine Online Software mit folgenden Elementen: Literaturverwaltung, Wissensmanagement, Social Knowledge und Research Network. Die Die Software ist im Moment in Private Beta, also noch nicht öffentlich zugänglich. Ich hatte die Möglichkeit, einen ersten Blick „hinter die Kulissen“ zu werfen und das Tool auszuprobieren.

Ich möchte kurz über meinen ersten Eindruck berichteten. Dabei kann und möchte ich das Tool nicht erschöpfend beschreiben oder erklären, sondern die für mich spannenden Punkte aufgreifen:

Im Mittelpunkt des Tools steht die Verwaltung von Ressourcen: Das können Literaturangaben, Zitate, Quellen, Ideen, Textteile sein. Diese werden über einen einfachen Texteditor angelegt und sind zunächst nur für mich persönlich zugänglich. Die einzelnen Ressourcen können einmal bestimmten Projekten zugeordnet werden, zum anderen mit Schlagworten versehen und so leichter wieder auffindbar gemacht werden. Diese Zuordnung ist mehrdimensional möglich, Ressourcen können also auch z.B. auch zu mehreren Projekten zugeordnet werden. So weit ist das nur eine schöne Mischung aus Literaturverwaltungstool und Wissensmanagementsystem mit Tagginganschluss. Nun können aber die einzelnen Ressourcen, Projekte und Schlagworte für andere Nutzer des Tools freigegeben werden, entweder für einzelne Personen oder für alle Nutzer. Das geschieht über eine einfache Suchfunktion über alle Nutzer. Diese Verknüpfung von Datenverwaltung und sozialer Netzwerkfunktion finde ich spannend und neu. Damit werden die meiner Meinung wesentlichen Aspekte des Web 2.0, nämlich Wissensemergenz und soziale Vernetzung als Mehrwert mit einem Tools bedient. Bis jetzt habe ich meine Wissen in einem Wiki gesammelt und Kontakte über XING geknüpft. Mit Scholarz.net kann ich beides mit einem Tool erreichen. Schöner Zusatz: Integriert ist auch eine Mailfunktion, eine Adressbuch und ein Diskussionsforum.

Für mich ist klar: Das Produkt ist super und hat einen klaren Mehrwert. Relevant für den (vielleicht auch kommerziellen) Erfolg sind denke ich fünf Punkte:

1.) Datensicherheit: Wer viel Arbeit in das Sammeln, Kommentieren und Organisieren von Quellen steckt, möchte sicher sein, dass die auch wirklich sicher sind. Ein Backup der Daten, auf die eigene Festplatte beruhigt da die unruhige Wissenschaftlerseele. Hier hat das Entwicklerteam schon einen Datenexport auf die eigene Festplatte im Format .doc oder .rtf integriert.

2.) Kritische Masse: Je mehr Leute, mit denen ich mich gerne austauschen würden das Tool nutzen, desto mehr bringt mir das. Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg ist es, möglichst schnell, viele und begeisterte Nutzer zu finden.

3.) Hilfefunktion und Support: Über den Sinn oder Unsinn eines neuen Tools entscheiden oft wenige Minuten. Wenn meine ersten Erfahrungen mit dem Tool negativ sind, und ich nicht schnell und effektiv Hilfe bekomme, wird das schnell zum K.O.-Kriterium. Neben einer möglichst intuitiven Bedienbarkeit (da ist scholarz.net sicher schon auf dem richtigen Weg), ist eine schnell greifbare und gut strukturierte Hilfefunktion unerlässlich.

4.) Portierungsmöglichkeiten: Gerade Leute, die schon einige Zeit wissenschaftlich arbeiten, haben schon Systeme und Methoden entwickelt, wie Quellen/Ressourcen gesammelt und sortiert werden können. Hier ist ein einfaches Portieren vorhandener Daten (z.B. von Literatursammlungen im Bibtex – Format) in das Tool zentral.

5.) API/Schnittstellen zu anderen Tools: Meine XING-Kontakte in scholarz.net einlesen, oder Blogeinträge und Kommentare oder Bookmarks per RSS als Ressourcen anlegen, das wäre super. Klar: Als Nicht-Informatiker kann ich nicht einschätzen, wie realistisch meine Wünsche sind. Aber deswegen sind’s ja auch Wünsche.

Ich bin gespannt auf den offiziellen Start des Tools. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte und als einer der ersten die Software ausprobieren will, sollte sich unter http://scholarz.net/ mit seiner E-Mail-Adresse eintragen und den Blog des Projektes lesen.

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9 Comments.

  1. Vielen Dank für das tolle Feedback, Johannes! Das ist eine große Ermutigung für unser ganzes Team.

    Deinen 5 Punkten stimme ich voll zu. Wir arbeiten an allen Aspekten.

    V.a. die Sicherheit liegt uns am Herzen. Ich bin selber Doktorand, meine Daten sind das “Allerheiligste” meiner Forschung. Daher haben wir ein ausgeklügeltes Rechtemanagement, so dass meine Privat-Daten auch wirklich privat sind. Auch wird auf dem Server regelmäßig ein Backup erstellt (Hand auf Herz, wer macht das daheim schon regelmäßig?). Unter dem Strich sind wir überzeugt, dass die Daten bei “scholarz.net” sogar sicherer sind als daheim: Automatische Backups, keine Hardwareausfälle, keine Viren und Trojaner, … Und wer will kann sich natürlich auch alles noch mal auf seine eigene Platte runterladen.

    Ab Mitte April vergeben wir die ersten Testzugänge (“Golden Ticket”). Dann kann sich jeder sein eigenes Bild machen.

    Beste grüße aus Würzburg,
    Daniel

  2. Das war echt eine sehr gute arbeit von dir !!

  3. Hört sich interessant an. Ich bin jetzt nicht gerade ein IT-Spezialist, aber werde mir auf jeden Fall Ende April scholarz.net mal anschauen, da sich wirklich lohnenswert anhört.

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