Warum man mit Kurz-URLs kein Geld verdienen kann

Tr.im gibt auf; bis zum Ende des Jahres funktionieren vorhandene URL-Weiterleitungen noch, neue Links können ab sofort nicht mehr angelegt werden. Die Begründung: Mit der Verkürzung von URLS lässt sich kein Geld verdienen.

Sie haben noch nie was von Tr.im gehört, oder von bit.ly? Die Idee ist einfach, aber sinnlos: Statt einen Link wie “http://blog.moskaliuk.com/paperc-bietet-fachbuecher-kostenlos-meistens/” zu benutzen, verkürzt man ihn auf http://bit.ly/10RDEl. Der “URL-Verkürzungsdienst” übersetzt diese Verkürzung dann wieder auf den endgültigen Link und leitet den Nutzer direkt auf die Webseite weiter.

Das Ganze braucht man nur, wenn die Anzahl der verwendbaren Zeichen limitiert ist, also eben zum Beispiel bei Twitter. Deshalb verwendet der Zwitscher-Dienst Twitter den URL-Verkürzungsdienst (ist das nicht ein schönes Wort) bit.ly zum einfachen Abkürzen von URLs.

Ich kann mir nicht helfen, das ist absolut sinnlos. Der Name einer URL enthält viel Informationen, und genau diese Information geht beim Verkürzen verloren: Ich weiß nicht, ob hinter http://bit.ly/10RDEl ein Link zu spiegel.de, phdcomics.com oder zu meinem eigenen Blog steckt oder ob ich den Link nicht sogar eben schon mal angeklickt habe: http://tinyurl.com/nf2nwu.

Außer bei Twitter ist es nämlich egal, wie lange ein Link ist (Es sei denn, ich muss den per Hand abschreiben, oder am Telefon diktieren, aber das dürfte bei 10RDEl auch ziemlich fehleranfällig sein).

Die Lösung liegt auf der Hand:

1.) Die 140 Zeichen bei Twitter sollten um 100 extra Zeichen nur für Links erweitert werden.

2.) Links sollten nicht so “http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,641073,00.html” sondern so “spiegel/2009/08/07/facebook-twitter-youtube/” oder sogar so “spiegel/256/twitter” (wenn z.B. das Datum ohne Bedeutung ist) aussehen.

Ja, ich weiß: Man könnte jetzt ausrechnen, wieviel CO2 es spart, wenn statt der 50 Bytes eines langen Links nur 25 eines verkürzten Links durchs Web sausen. Aber dieser Vorteil hat sich spätestens durch das sinnlose Klicken auf einen langweiligen Links ins Gegenteil verkehrt.

Fazit: Schon wieder ein Startup weniger, das ist schade. Aber vielleicht ist ein URL-Verkürzungsdienst auch nicht das, was die Menschheit braucht.

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12 Comments.

  1. Das ist mir alles viel zu kompliziert, warum gibt es immer so viel zu beachten, die Info´s sind aber gut, Danke..

  2. Irgendwann wird es auch für solche Dienste eine Vermarktungsidee geben!
    twitter selbst verdient ja auch noch nicht richtig… Kommt Zeit, kommt Rat! Bzw. ein ordentliches Konzept!

  3. Schliesse mich Adrian an, aber das kann hier noch eine Weile dauern.

  4. Ob Ihr da nicht auf´s falsche Pferd setzt, wir schauen mal, eine Weile ist gut, sehr optimistisch.

  5. Interessanter Artikel. Vor kurzem habe ich etwas ähnliches gelesen, wobei da allerdings genau das Gegenteil behauptet wurde. Seltsame Sache…

  6. ich finde es schade, denn ich liebe diese short url dienste. eine vernünftige sache in meinen augen.

  7. Ich finde es eigentlich auch schade und ich gebe shibumi auch damit recht, dass die short urls eigentlich immer ganz in ordnung waren.

  8. Im Prinzip gebe ich Dir völlig recht, denn diese Short-Url-Dienste hatten ihre Daseinsberechtigung lediglich über Twitter. Mir fällt allerdings kein vernünftiges Modell zum Geldverdienen ein.
    Die einzige Möglichkeit, bei massiver Verwendung, könnte sich der Dienst die Popularität, die Sie durch Google erwerben, zu nutze machen…

  9. Ich finde es eigentlich auch schade und ich gebe shibumi auch damit recht, dass die short urls eigentlich immer ganz in ordnung waren.;. All the best!!

  10. Ich finde es auch sinnlos. Irgendwann muss doch jede Kombination vergeben sein. Ich weiß nie, wo ich lande. Macht alles keinen Sinn.

  11. ich nutze immernoch bit.ly
    da kann man super links tracken

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