webzwitschern 2
Am 8.April 2008 habe ich mich gefragt, wie Webworker es aushalten, ihr Leben in 140 Zeichen zu zerhacken und ihre Arbeit ständig für die Ideen und Befindlichkeiten anderer zu unterbrechen. Cem Basman nähert sich dem Twitterphänomen mit 8 Interviews: “Ich habe sieben Twitterer befragt und acht haben geantwortet. Vier Frauen und vier Männer. Jeder von ihnen hat eine sehr eigene Perspektive auf Twitter. Es ist mehr als die Summe seiner Teile.”
Sein Fazit: “Es ist das Zusammengehörigkeitsgefühl der Twitterer.” Das trifft glaube ich ziemlich genau die Hauptmotivation, warum Leute twittern. Als Psychologe würde ich das Anschlussmotiv nennen. Tina Pickhardt beschreibt das in ihrer Interviewantwort so:Â “Digitale Küchengespräche, bei denen man jede Menge Anekdoten erfährt genauso wie nützliche Informationen für den Job.” Anke Groener meint: “Ich habe festgestellt, dass ich auch bei Twitter eher ‘persönlich Schreibenden’ folge.” Markus Angermeier antwortet: “Mit den Menschen deren Meinung und Lebenswelt man gerne verfolgt bleibt man quasi ständig auf Augenhöhe und meint deren Gedanken zu kennen.”
Vielleicht ist das der Grund, warum für mich persönlich Twitter keine sinnvolles Kommunikationmedium ist: Ich habe die Küchengespräche, den informellen Ideenaustausch beim Kaffee kochen und in der Mittagspause. Wenn meine Bürotür dann zu ist, möchte ich mich konzentrieren. Auch wenn Sven Wiesner Leuten wie mir die “Installation eines Deskotopclients” empfiehlt, werde ich mein Twitteraccount auf weiterhin nur sehr spärlich füttern. Und in einigen Monaten starte ich dann die Interviewreihe: Warum ich mein Twitteraccount gelöscht habe und trotzdem noch Freunde finde. Wer Interesse hat, kann sich jetzt schonmal melden.
P.S.: Zumindest das Rätsel um den Twit von Mopo ist noch nicht gelöst. Es bleibt also spannend!

















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