webzwitschern
Nach Welt kompakt und Welt online twittert jetzt auch die Hamburger Morgenpost. Cem Basman macht Vorschläge, wie das aussehen könnte, Sven Wiesner findet es spannend, Marcel Korstian meint , Twittern “erlebt im Moment eine kleine Renaissance”. Ich frage mich, was das getwittere soll, ich hab’s auch probiert, zwei Wochen lang (nicht das ich deshalb mitreden könnte) und hatte das Gefühl, das ist mehr als sinnlos. Ich zerhacke Informationen, die keinen interessiert in 140 Zeichen und schicke Sie ins World Wide Web.
Warum ich da so kritisch bin? Zum gezielten Suchen nach Informationen sind Twits nicht konzipiert. Anders als bei Blog, bei denen ich über einen Feedreader einmal am Tag mehrere interessante Blogs lesen und so für mich interessante Inhalte finde, macht Twitter nur sind, wenn ich die Infos sofort auf meinen Bildschirm switchen. Dann bekomme ich eine neue Nachricht aus der Weltgeschichte sofort mit. Dazu muss ich aber eine Gadget oder ähnliches nutzen, damit das auch wirklich funktioniert, und damit werde ich von dem ständigen Twitter-BlaBla gestört. Das Problem: Nur 1% der kurzen Texte sind wirklich relevant … das lässt sich leicht an fast jedem beliebigen Twit nach prüfen. Daraus ergibt sich jede Menge sinnlos verbrachte Zeit für 1% wichtige Information.
Twitter mag ein ideales Konferenzwerkzeug sein, wenn es drum geht mit zubekommen, wo gerade wer sich zu was Gedanken macht und wie es ihm damit geht. Dieses “always social online” bringt sicher mit sich, gut darüber informiert zu sein, was in der Twitter-Community läuft und damit einen Vorsprung zu haben vor denen, die es nicht sind. Aber ich bin mir fast sicher: Irgendwann wird es zum Privileg, sich nicht ohne Zeitverlust auf dem Laufenden halten zu müssen, und die eigene Befindlichkeit nicht mit der ganzen Welt teilen zu müssen. Twittern greift zu sehr in den eigenen Arbeitsprozess, erfordet das ständige “dranbleiben” und “mitmachen”, und das wird irgendwann jedem Webworker zu stressig.

















Kommentare (2)
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Sven
schrieb am 8. April 2008 um 20:07 Uhr:
Das ewige dranbleiben empfinde ich auch als stressig, hier muss man aber diszipliniert sein (ähnlich wie bei E-Mails, die rauschen ja auch unaufhörlich rein). Habe heute um konzentriert arbeiten zu können Twitter einfach vom Schirm genommen. Nach einem tag twittern habe ich heute Abend das Gefühl bisher was verpasst zu haben, das ging mir zuletzt bei der Endeckung von RSS Feeds so…
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Johannes Moskaliuk
schrieb am 10. April 2008 um 09:10 Uhr:
Anscheinend ist der Twit von MOPO kein offizieller der Morgenpost, wie das zu erst schien:
MOPO twittert! Aber twittert auch die MOPO?
Die folgenden Seiten verweisen auf diesen Artikel (1)
webzwitschern 2 | Johannes Moskaliuk
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